Gut ein Jahr nach der Übernahme der Lambacher Werkzeug- und Maschinenbau GmbH durch Kritzner Metalltechnik haben wir mit Albert Lambacher, bis zur Übernahme Geschäftsführer und nun Standortleiter in Dietenheim, gesprochen. Hier sein Zwischenfazit:
Frage: Herr Lambacher, wie geht es Ihnen und Ihrem Team in Dietenheim?
Albert Lambacher: Aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage ist die Stimmung an unserem Standort etwas verhalten.
Frage: Wie viele Mitarbeiter zählt die Kritzner-Niederlassung Dietenheim aktuell?
Albert Lambacher: Einige Mitarbeiter haben wir altershalber und aus persönlichen Gründen verloren. Wir zählen aktuell 25 Mitarbeiter/innen.
Frage: Nach gut einem Jahr seit der Übernahme der Firma Lambacher durch die Kritzner Metalltechnik GmbH sollten alle technischen Systeme am Produktionsstandort Dietenheim vollständig in die Kritzner-Infrastruktur integriert sein. Ist das so? Falls ja, seit wann? Falls nein, was fehlt noch?
Albert Lambacher: Wir arbeiten aktuell mit den gleichen Softwarebausteinen wie in Schweinfurt. Dafür musste die EDV-Hardware komplett getauscht und eine große Summe investiert werden. Einkauf, Buchhaltung, Lohnbuchhaltung und Zeiterfassung werden über Schweinfurt geregelt. In den Produktionsbereichen arbeiten wir, nach Absprache, relativ selbstständig.
Frage: Welche waren die größten Herausforderungen bei der Umstellung und warum?
Albert Lambacher: Die Umstellung auf die Softwarebausteine aus Schweinfurt war sehr aufwändig, da wir teilweise Jahrzehnte mit anderen Softwaresystemen und Softwareherstellern gearbeitet haben. Ebenfalls eine Herausforderung war die Einführung des Lagersystems und der damit zu erfassenden Artikel in die Software. Genau so wie die Kritzner Metalltechnik in Schweinfurt wurde auch der Standort in Dietenheim nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert.
Frage: Wurden wie geplant auch neue Maschinen angeschafft?
Albert Lambacher: Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Maschinenbau sowie der Automobilbranche und der damit verhaltenen Auftragseingänge werden Investitionen in Neumaschinen aktuell verschoben.
Frage: Wie reagierten die Kunden auf die Umfirmierung? Sind noch alle Stammkunden an Bord?
Albert Lambacher: Nach dem Vollzug der Übernahme ist die Haltung der Kunden insgesamt positiv. Die Stammkunden sind geblieben.
Frage: Konnten seitdem neue Kunden in der Region gewonnen werden?
Albert Lambacher: Kunden, die in der Insolvenzphase nicht mehr bei uns bestellt haben, sind wieder zurückgekommen. Aufgrund der aktuellen Zurückhaltung potenzieller Kunden ist die Neukundengewinnung eher schwierig.
Frage: Wie sind Sie mit der Entwicklung an sich zufrieden?
Albert Lambacher: Wäre die wirtschaftliche Lage im Normalbereich, wären wir voll auf Kurs.
Frage: Wie bewerten Sie die aktuelle Marktlage, die Zukunftsaussichten für das Unternehmen und die Wirtschaftsregion Ulm?
Albert Lambacher: Entscheidend ist die weltwirtschaftliche Entwicklung. Von ihr hängt die positive – oder negative – Weiterentwicklung ab. Die Wirtschaftsregion Ulm hat sicherlich Zukunftspotential.
Frage: Sind demnächst Investitionen geplant?
Albert Lambacher: Sollte sich an der schon beschriebenen Entwicklung eine positive Wende ergeben, steht einer Investition und Modernisierung nichts im Wege.
Frage: Wie lautet die Zielsetzung der Niederlassung für die kommenden Jahre?
Albert Lambacher: Wir sehen für die Zukunft eine stabile Auftragslage und Firmenwachstum. Dafür benötigen wir weiteres Fachpersonal. Daher gilt es, auch weiterhin junge Menschen zu begeistern und in diesen Berufen auszubilden.
Frage: Und Ihre eigene?
Albert Lambacher: Mein persönliches Ziel ist es, mit voller Kraft das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.
Vielen Dank für das Interview, Herr Lambacher!

